Mit Diskussionen unter anderem über eine Neubewertung von Homosexualität und Sexualmoral geht heute die Synodalversammlung der deutschen katholischen Kirche in Frankfurt zu Ende. Sie ist das zentrale Gremium des Reformprozesses. Auf dem dreitägigen Treffen gab es erstmals verbindliche Beschlüsse. In den während der Versammlung diskutierten Texten ging es unter anderem um ein Ende des Pflichtzölibats, also der Ehelosigkeit katholischer Priester sowie um mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche. Alle Ämter in der Kirche sollten auch Frauen offen stehen, hieß es in einem Text, der in erster Lesung vorgestellt wurde.
Die Synodalversammlung zählt 230 Mitglieder: die 69 deutschen Bischöfe, 69 Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) – die Vertretung der Laien, also der Nicht-Kleriker – und 92 Vertreter verschiedener katholischer Berufsgruppen. Sie behandelt vier Themenfelder: die Position der Frau in der Kirche, den Umgang mit Macht, die katholische Sexualmoral und die priesterliche Ehelosigkeit (Zölibat). Angestoßen wurde der Reformprozess als Reaktion auf den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche.