
Krieg in Europa: Russische Truppen sind in die Ukraine einmarschiert, durch Gefechte sind bereits Tausende Soldaten und Zivilisten getötet worden. Wie ist die aktuelle Lage? Alle Infos im Newsblog.
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China fordert, Sicherheit der Atomanlagen in Ukraine zu gewährleisten
8.44 Uhr: China fordert von den Kriegsparteien in der Ukraine, die Sicherheit der Atomanlagen zu gewährleisten. “Wir werden die Situation beobachten und alle Seiten auffordern, Zurückhaltung zu üben, eine Eskalation zu vermeiden und die Sicherheit der betreffenden Nuklearanlagen zu gewährleisten”, sagt der Sprecher des Außenministeriums, Wang Wenbin, bei einem täglichen Briefing. Nach ukrainischen Angaben war bei Kämpfen mit russischen Streitkräften ein angrenzendes Schulungsgebäude des Atomkraftwerks Saporischschja im Südosten des Landes in den frühen Morgenstunden in Brand geraten. Das Feuer sei aber inzwischen gelöscht. Russische Truppen hätten das AKW eingenommen.
Russisches Parlament stimmt für Haftstrafen für “Fake News” über Armee
8.40 Uhr: Angesichts des Ukraine-Kriegs will Russland die Verbreitung angeblicher Falschinformationen über die russischen Streitkräfte mit drastischen Strafen belegen. Das Parlament stimmte am Freitag in Moskau für eine entsprechende Gesetzesänderung. Es drohen demnach hohe Geldstrafen und bis zu 15 Jahre Haft. Medien in Russland ist seit vergangener Woche verboten, in der Berichterstattung über den Krieg gegen die Ukraine Begriffe wie “Angriff”, “Invasion” und “Kriegserklärung” zu verwenden. Moskau bezeichnet den Krieg als militärische “Sonderoperation”.
Damit die Gesetzesänderung in Kraft tritt, sind noch die Zustimmung des Föderationsrats, der zweiten Parlamentskammer, sowie die Unterschrift von Präsident Wladimir Putin notwendig. Beides gilt aber als Formalie. Unter Strafe stehen laut Gesetzestext konkret das Verbreiten vermeintlicher Falschinformationen über russische Soldaten, das Diskreditieren russischer Streitkräfte und auch Aufrufe zu Sanktionen gegen Russland.
Befürchtet wird, dass das die Berichterstattung verbliebener unabhängiger Medien in Russland gravierend einschränken wird. Die russischen Behörden hatten in den vergangenen Tagen schon mehrere kritische Sender blockiert.
Baerbock: Putin treibt sein Land “in den Ruin”
8 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) betont: “Wir werden die Ukrainerinnen und Ukrainer niemals ihrem Schicksal überlassen.” Vor ihrer Abreise zu Beratungen in Brüssel erklärt die Grünen-Politikerin, Russlands Präsident Wladimir Putin treibe mit seinem Krieg gegen die Ukraine “auch sein eigenes Land in den Ruin”. Putin müsse weiterhin mit “geschlossenem Handeln und weltweiter Isolation Russlands” rechnen. In Brüssel stehen Beratungen der Nato-, G7- und EU-Außenminister an.
Annalena Baerbock: Die Außenministerin reist am Freitag nach Brüssel. (Quelle: NurPhoto/imago images)
Russland schränkt Zugang zu Websites von Deutscher Welle und weiteren Medien ein
7.52 Uhr: Die russischen Behörden haben den Zugang zu den Websites der Deutschen Welle und weiterer unabhängiger Medien nach eigenen Angaben “eingeschränkt”. Von dem Schritt sind neben dem deutschen Auslandssender auch die Websites von BBC, Medusa und Swoboda betroffen, teilte die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor am Freitag mit. Russlands Behörden haben ihr Vorgehen gegen kritische Stimmen in den Medien seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine massiv verschärft.
Bürgermeister Klitschko: Kämpfen auch für deutsche Werte
7.41 Uhr: Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat Deutschland aufgefordert, im Krieg gegen Russland weiter eng an der Seite der Ukraine zu stehen. “Bleiben Sie bitte mit uns, weil wir kämpfen auch für deutsche Werte”, sagte er in einem Interview des ARD-“Morgenmagazins”, das am Donnerstagnachmittag aufgezeichnet und am Freitag ausgestrahlt wurde. Grund für den Krieg sei, dass die Ukraine ein Teil der europäischen Familie sein wolle.
Klitschko beschrieb, die aktuelle Herausforderung in Kiew sei die Versorgung der Bürger mit Wärme, Elektrizität und Wasser. Die Logistik sei zusammengebrochen. Zugleich gebe es Anschläge und russische Scharfschützen in der Stadt. “Ein Horror”, sagte Klitschko. Er habe nie gedacht, dass so etwas in seiner Stadt passieren könne.
Sein Bruder Wladimir Klitschko berichtete in dem Interview, tagsüber höre man in Kiew Geschosse, in der Nacht aber sei es richtig schlimm. “Der Krieg herrscht meistens in der Nacht”, sagte er. Klitschko wies darauf hin, wie nah Kiew an Deutschland liege. “Hier ist das Champions-League-Finale (2018) gewesen, wo viele Deutsche auch dabei waren.” Die Welt müsse zusammenrücken und die Zusammenarbeit mit Russland stoppen, sonst werde es der Ukraine sehr schlecht ergehen.
Vitali Klitschko, der Bürgermeister von Kiew: “Bleiben Sie bitte mit uns, weil wir kämpfen auch für deutsche Werte.” (Quelle: Rolf Poss/imago images)
US-Senator fordert Russen zur Ermordung Putins auf
7.15 Uhr: Der republikanische US-Senator und Trump-Vertraute Lindsey Graham hat Russen zur Ermordung des russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgerufen. “Irgendwer in Russland” müsse jetzt aktiv werden “und diesen Typen aus dem Weg schaffen”, sagte der Republikaner am Donnerstag (Ortszeit) im Sender Fox News. In einer Reihe von Tweets spann er den Gedanken anschließend weiter: “Die Einzigen, die das in Ordnung bringen können, sind die Russen”, schrieb er dort. “Gibt es einen Brutus in Russland?”
Oder möglicherweise gebe es in den Reihen des russischen Militärs einen “effizienteren General Stauffenberg”, schrieb Graham in Anspielung auf den Hitler-Attentäter. “Sie würden Ihrem Land und dem Rest der Welt einen großen Dienst erweisen”, ergänzte er.
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Zuvor hatte Graham am Donnerstag eine Resolution in den Senat eingebracht, mit der Russlands Präsident und seine Armeeführung wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt werden sollen.
Lindsey Graham: “Irgendwer in Russland” müsse jetzt aktiv werden “und diesen Typen aus dem Weg schaffen”, so der US-Senator. (Quelle: Zuma Wire/imago images)
Agentur: Russland schränkt Zugang zu BBC ein
6.50 Uhr: Die russische Medienaufsicht schränkt einem Medienbericht zufolge den Zugang zu den russischen Angeboten der BBC ein. Das betreffe auch Radio Liberty und das Nachrichtenportal Meduza, meldet die Nachrichtenagentur RIA. Das russische Außenministerium hatte am Donnerstag erklärt, die BBC werde genutzt, um die Innenpolitik und die Sicherheit Russlands zu unterwandern.
Google stoppt Werbegeschäft in Russland
6.21 Uhr: Google setzt sein Anzeigengeschäft in Russland nach dem Angriff auf die Ukraine bis auf Weiteres aus. Betroffen sei Werbung sowohl im Umfeld der Internetsuche als auch bei der Videoplattform YouTube, teilte der Konzern unter anderem dem US-Sender CNBC mit. Zuvor hatte Google nur bestimmte Anzeigen rund um den Krieg blockiert.
Als weiteres Tech-Unternehmen stoppte der Apartmentvermittler Airbnb seine Aktivitäten in Russland und auch in Belarus, wie Firmenchef Brian Chesky bei Twitter schrieb. Er machte zunächst keine weiteren Angaben dazu. Bisher hatte unter anderem Apple Lieferungen seiner Geräte nach Russland sowie Dienste in dem Land eingestellt.
Tagesanbruch: Die nächste Krise
6.05 Uhr: Putins Angriff, Corona, Flüchtlingskrise: In Deutschland sind grundlegende Veränderungen nur nach Tragödien möglich. Das wird nun bei der größten aller Krisen zum Problem. Lesen Sie hier den Tagesanbruch von t-online-Chefredakteur Florian Harms.
Drohnen wie diese können zum Pflanzen neuer Bäume in verbrannten Landschaften eingesetzt werden. (Quelle: AirSeed/dpa)
Feuer in ukrainischem Atomkraftwerk Saporischschja wohl gelöscht
6 Uhr: Das russische Militär hat offenbar das Kernkraftwerk Saporischschja angegriffen. Ukrainische Behörden berichten von einem Brand nahe des AKW und warnen vor einer Katastrophe. Radioaktive Strahlung soll nicht ausgetreten sein. Lesen Sie hier mehr dazu.
Johnson: Putin gefährdet jetzt Sicherheit ganz Europas
5.35 Uhr: Durch die Kämpfe nahe des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja gefährdet der russische Präsident Wladimir Putin nach Meinung des britischen Premierministers Boris Johnson ganz Europa. Die “rücksichtslosen Aktionen” von Putin “könnten nun die Sicherheit ganz Europas direkt gefährden”, sagte Johnson am frühen Freitagmorgen bei einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodomyr Selenskyj. Johnson erklärte laut einer Mitteilung seines Amtssitzes, dass er “in den kommenden Stunden” eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zur Lage in dem Atomkraftwerk erreichen wolle.
Großbritannien werde alles tun, um sicherzustellen, dass sich die Situation nicht weiter verschlechtere, hieß es weiter. Nach ukrainischen Angaben war ein Feuer in der Atomanlage ausgebrochen. Europas größtes Atomkraftwerk werde mit Panzern und aus der Luft beschossen, hieß es. Johnson und Selenskyj hätten sich für einen Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine ausgesprochen.
Boris Johnson: Der britische Premier kritisiert den russischen Präsidenten scharf. (Quelle: Zuma Wire/imago images)
Außenminister von Nato und EU beraten über Ukraine-Krieg
4.25 Uhr: Die Außenminister der Nato und der Europäischen Union beraten am Freitag in Brüssel über den Krieg in der Ukraine (Beginn des Nato-Rats um 10 Uhr, EU-Außenministertreffen ab 15 Uhr). US-Außenminister Antony Blinken ist für die Gespräche mit den Verbündeten in die belgische Hauptstadt gereist. Auch der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba will sich per Videokonferenz dazuschalten.
Zwischen den beiden Räten ist nach US-Angaben ein G7-Außenministertreffen vorgesehen. Die zunehmende militärische Härte Russlands in der Ukraine wird in Brüssel mit großer Sorge gesehen. Eine weitere Verschärfung der Sanktionen gilt deshalb als möglich. Bei den EU-Beratungen dürften auch die jüngsten Mitgliedschaftsanträge Georgiens und der Republik Moldau eine Rolle spielen.
So können Sie für die Ukraine spenden
Angesichts der Nachrichten aus der Ukraine fühlen sich viele Menschen hierzulande machtlos. Wenigstens mit einer Spende möchten sie helfen. Hier zeigen wir Ihnen eine Auswahl an Hilfsorganisationen.
Ältere Nachrichten zum Ukraine-Krieg lesen Sie in unserem vorherigen Newsblog.


