Hamburg will künftig Schlick aus der Elbe vor der zur Hansestadt gehörenden Vogelschutzinsel Scharhörn abladen. Zum aktuellen Stand der Planungen will die Wirtschaftsbehörde am Donnerstag (12.00 Uhr) in einer Pressekonferenz mit Staatsrat Andreas Rieckhof informieren. Mit den Plänen ist die Hansestadt auf Konfrontationskurs zu den Nachbarländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die Umweltminister beider Länder hatten sich verärgert über die Hamburger Pläne gezeigt. Auch Umweltschützer sehen das Vorhaben kritisch.
Die Wirtschaftsbehörde hatte vor gut einer Woche angekündigt, dass der Schlick, der beim Ausbaggern der Elbe anfällt, vor der zu Hamburg gehörenden und unweit des Nationalparks Wattenmeer liegenden Insel Scharhörn abgeladen werden soll. Ein Gutachten der Hafenbehörde HPA hatte ergeben, dass es ökologisch unbedenklich sei, den Elbschlick dorthin zu bringen. Kritiker widersprechen dem.
Die den Gezeiten ausgesetzte Elbe muss in und um den Hamburger Hafen mit hohem Kostenaufwand regelmäßig ausgebaggert werden, damit Anläufe der riesigen Containerfrachter im nach Rotterdam und Antwerpen drittgrößte Seehafen Europas klappen. Mit der jüngsten Elbvertiefung hat sich das Dauerproblem weiter verschärft, denn bei den Baggerarbeiten fallen Millionen Tonnen Schlick an.


